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Ein Meer aus Steinen und die südlichen Halbinseln von Rügen

Strand Kap Arkona Rügen

Diese Woche haben wir ein Meer aus Steinen besucht und waren auf den südlichen Halbinseln der Insel Rügen unterwegs. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter und konnten nicht so viel unternehmen wie wir vor hatten.

Feuersteinfelder

Sieben Kilometer nördlich vom Seebad Binz liegt das 199 Hektar große Naturschutzgebiet „Schmale Heide“. Sie trennt im Nordosten der Insel Rügen die Außenbucht der Prorer Wiek vom Kleinen Jassender Bodden. Im nördlichen Teil der Schmalen Heide befinden sich die „Feuersteinfelder“.

Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer

Die Feuersteinfelder auf Rügen, auch als „Steinernes Meer“ bekannt, sind eine mit Vegetationsinseln durchsetzte Steinlandschaft. Dieses Naturphänomen ist einmalig in Deutschland. Wer auf Rügen ist und sich gleichfalls für Natur interessiert sollte unbedingt hier vorbeischauen. 

Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer
Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer
Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer

Vor etwa 4.000 Jahren, als der Meereswasserspiegel den der heutigen Ostsee etwas überstieg, wurden durch Sturmhochwasser bis zu 2m mächtige Geröllwälle auf bestehende riesige und sandige Strandwälle geworfen.

Insgesamt 17 Geröllwälle bilden heute ein etwa 2500m langes und etwa 300m breites Strandwallsystem, das sich bis maximal 4m über N.N. erhebt. Die Gerölle, die aus dem Vorstrandbereich stammen, bestehen zu 90% aus Feuerstein. Westlich schließt sich an die Feuersteinfelder eine vermoorte Seesandebene, die Blomer Weide, an.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Schmale Heide eine waldlose, beweidete Heidelandschaf. Ausgenommen die Feuersteinfelder, auf denen die Herrschaft von Putbus ein Wildgatter errichtete, begann um 1840 die Aufforstung der Heide mit Kiefern. Seit Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts versucht die Naturschutzverwaltung durch zwischenzeitliche Einrichtungen eines Mufflon-Gatters und durch Rodungen von Kiefern, den Gehölzaufwuchs zurückzudrängen.

Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer
Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer
Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer

Einer Sage zufolge soll ein Feuerstein mit einem Loch darin seinem Finder als Glücksbringer dienen. Genau genommen handelt es sich bei diesen Steinen um einen sogenannten „Hühnergott“. Ebenso werden diese Steine in Großbritannien als „Hag stones“ (Hexensteine) oder „Snake’s eggs“ (Schlangeneier), in schottisch-gällisch “Gloine nan Druidh“ (Druidenglas) bezeichnet.

Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer  Hühnergott Glücksbringer

Steine dieser Art sind oft Feuersteinknollen mit herausgewitterten Kreideanlagerungen. Der „echte“ Hühnergott hat ein Loch von etwa Stecknadelkopfgrösse bis einigen Zentimetern Durchmesser, manchmal Überbleibsel eines einst eingelagerten fossilen Seelilienstängesls.

Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer

Wir haben am kostenpflichtigen „Parkplatz Feuersteinfelder“ (Koordinaten N: 54.476828 – E: 13.571360) geparkt. Von hier aus ist es ein schöner 2km langer Spaziergang durch den Wald bis zum Steinernen Meer. Ein schöne und zugleich magische Rundwanderung von ca. 5 km 

Feuersteinfelder in der Schmalen Heide Naturschutzgebiet steinernes Meer

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Halbinsel Mönchgut

Thiessow liegt auf der Halbinsel Mönchgut am südöstlichen Zipfel der Insel Rügen im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Sie befindet sich auf den hakenförmig um den Zucker See angeordneten Halbinseln Klein Zucker und Südperd. Ebenso ist sie von drei Seiten vom Greifswalder Bodden sowie der Ostsee umgeben. 

Erwähnenswert ist der 36 Meter hohe Lotsenberg am Südperd, ebenso wie der Lotsenturm der sich auf dem Berg befindet. Folglich wollten auch wir diese Aussichtsmöglichkeit nicht verpassen. 

Blick Aussicht vom Lotsenturm auf dem Lotsenberg in Thiessow auf Nordperd, Klein Zicker, Groß Zicker, Zickersche Berge
Blick vom Lotsenturm auf Groß Zicker, Zickersche Berge Lotsenberg Thiessow

Daher hatten wir uns für den kostenpflichtigen Parkplatz in der Strandstraße Thiessow (Koordinaten N: 54.2765170 – E: 13.7203550) entschieden. Von hier aus sind es 350m zu Fuß zum Lotsenturm und nur 150m bis zum Strand.

Zuerst führte der Weg zum Lotsenturm über einen kleinen Waldweg bergauf, des Weiteren ging es den Rest des Weges an Feldern entlang. Dieser 13m hohe Aussichtsturm ist 24h geöffnet und der Zutritt kostet gerade mal 1,-€. Auf der Aussichtsplattform hat man einen herlichen Rundblick auf den Zucker See mit Klein Zicker, Groß Zicker und den Zickerschen Bergen. Ebenso auf die Granite sowie Göhren mit dem Steilufer des Nordperds. Außerdem reicht der Blick über die Ostsee zur Greifswalder Oie nach Usedom und zum Festland jenseits des Greifswalder Boddens. An klaren Tagen soll man sogar die heute polnische Insel Wollin sehen können. 

Blick Aussicht vom Lotsenturm Lotsenberg in Thiessow auf den Strand und Lobbe
Blick auf Nordperd vom Lotsenturm in Thiessow Lotsenberg
Blick Aussicht vom Lotsenturm auf dem Lotsenberg in Thiessow auf Nordperd, Klein Zicker, Groß Zicker, Zickersche Berge
Blick vom Lotsenturm auf Klein Zicker, Groß Zicker, Zickersche Berge Thiessow Lotsenberg

Am Fuß des Turms befindet sich noch die historische Lotsenwache aus dem Jahr 1854. Das kleine Gebäude wurde aus Ziegelsteinen auf einem Sockel aus Feldsteinen errichtet.

Lotsenwache Thiessow beim Lotsenturm auf dem Lotsenberg Mönchgut Südperd

Natürlich haben wir uns auch den Strand angeschaut und einen Spaziergang mit den Hunden dort gemacht.

Am Strand von Thiessow
Strand von Thiessow

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Halbinsel Reddevitz

Die Halbinsel Reddevitz oder auch Reddevitzer Höft ist eine schmalen Halbinsel. Diese ist Teil der Halbinsel Mönchgut, mit der sie im Südosten über eine gut 130 Meter breite Landenge verbunden ist. Die Halbinsel ist über 4km lang und nur 200 bis 500 Meter breit. Im Westen endet die Halbinsel mit dem Reddevitzer Höft, dessen Name auch für die gesamte Halbinsel verwendet wird. An der Reddevitzer Höft endet die Halbinsel im Westen in einer Steilküste, deren Anhöhen mehr als 33 Meter erreichen. Nördlich der Halbinsel liegt die Having und der Aussichtspunkt Reddevitzer Höft und daher führte uns einer unserer Ausflüge auch dorthin. 

Geparkt hatten wir in der Nähe des Having-Hof auf einem öffentlichen, aber kleinen, Parkplatz (Koordinaten N: 54.3198670 – E: 13.6205100). Nach einem gemütlichen Spaziergang von 600m über einen Feldweg kommt man auch schon an der Küste an. Dort angekommen führt eine kleine Treppe hinunter an den Strand. Ein schmaler und steiniger Strand mit der faszinierenden Steilküste und einen wunderschönen Ausblick, mitunter auf die Insel Vilm. Ein sehr angenehmer und ruhiger Platz der zum verweilen einlädt. 

Sonnenuntergang Reddevitzer Höft Strand Meer
Sonnenuntergang Reddevitzer Höft Strand Meer

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Halbinsel Zudar

Des weiteren führte uns ein Ausflug zum Leuchtturm Maltzien. Dieser befindet sich auf der 18 km²  großen Halbinsel Zudar. Der 1934 errichtete 12m hohe Steinturm wird im Gegensatz zu anderen Leuchttürmen als Unterfeuer in einer Richtfeuerlinie betrieben. Der Leuchtturm liegt am Fuß einer kleiner Steilküste an der südlichen Spitze der Halbinsel.

Parken konnten wir fast direkt an der Küste (Koordinaten N: 54.2351120 – E: 13.3532850). Jedoch sei angemerkt, dass der Weg dort hin ein mit sehr holprigen Betonplatten belegter Feldweg ist.

Leider ist dort nur ein sehr schmaler Strand, aber dennoch war es sehr schön. 

Leuchtturm Unterfeuer Maltzien

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Damit sind wir auch schon am Ende unseres Beitrages angelangt. Wenn Dir unser Beitrag gefallen hat, freuen wir uns über ein Klick bei „Gefällt mir“ oder auch über ein Kommentar von Dir. 

Wir freuen uns auf eine spannende neue Woche und wünschen Dir einen guten Wochenstart.

Liebe Grüße 

Yvonne und Thorsten


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